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Capital Floor

Einführung des „Capital Floors“ – Tiefer geht es nicht mehr.

Aggregierter RWA Floor von 75% ab 2027

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Der Capital Floor wurde mit dem Hintergrund eingeführt, dass die Banken auch bei Nutzung interner Modelle zumindest Eigenmittel vorhalten, die nicht unter ein aufsichtlich erwünschtes Maß fallen. Die Berücksichtigung des Floors erfolgt über die einfache Multiplikation der von den Banken ermittelten RWAs mit einem vom Baseler Ausschuss kalibrierten „Floor-Faktor“.

Ende 2014 hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht ein erstes Konsultationspapier zur Neugestaltung der bestehenden Untergrenzen für die Mindesteigenmittelanforderungen bei der Verwendung interner Modelle veröffentlicht. Hierdurch wird perspektivisch die bestehende „Basel I-Floor-Regelung“ ersetzt, die mit Inkrafttreten von Basel II in 2007 eingeführt wurde und sich aktuell in Artikel 500 CRR findet. Hieraus geht ein „Floor-Faktor“ von 80% hervor, der von den Banken vorerst bis zum 31.12.2017 anzuwenden ist.

Insbesondere sieht der Baseler Ausschuss Kapitaluntergrenzen aus den nachfolgend aufgeführten Gründen als wichtigen Bestandteil der bankenaufsichtsrechtlichen Rahmenwerke an:

Empirische Untersuchungen des Baseler Ausschusses anhand von hypothetischen Portfolios belegen den großen Spielraum der Banken bei der Ermittlung von Kapitalanforderungen auf Basis interner Modelle. Hierdurch wird die Vergleichbarkeit der Kapitalanforderungen zwischen den Banken sowie über die Zeit beeinträchtigt. Ebenso wird das aufsichtsrechtliche Ziel der Transparenz in Mitleidenschaft gezogen, wenn Investoren aus den veröffentlichten Angaben zu Kapitalanforderungen und risikogewichteten Aktiva keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Höhe der eingegangenen Risiken ziehen können.

Die Ursachen für diese starken Abweichungen können neben unterschiedlichen nationalen Umsetzungen der Basel II-Regelungen auch darin begründet liegen, dass Banken die internen Modellen inhärenten Ermessensspielräume bei der Modellierung zum Teil bewusst nutzen, um niedrige Kapitalanforderungen zu erreichen. Durch solche bewusst optimistischen Modellierungsentscheidungen wird aber die regulatorisch erwünschte Mindesthöhe an Kapital unterschritten. Schließlich sind interne Modelle auch in besonderem Maße Modellrisiken ausgesetzt, also der Gefahr, dass die Realität nicht adäquat in dem Model abgebildet wird und hieraus unangemessen hohe oder niedrige Kapitalanforderungen resultieren.

Fachliche Themen

Die Basel IV-Reformen aus dem Jahr 2017 sehen vor, dass der Basel I-Floor durch einen aggregierten Output Floor (ein Floor für die Summe der RWAs aller Risikokategorien) ersetzt wird. Dieser soll sicherstellen, dass die mit internen Modellen ermittelten RWA nicht geringer als ein bestimmter Prozentsatz der mittels der Standardansätze berechneten RWA sind. Gemäß den Basel IV-Standards sind von den Banken ab 2021 Übergangsregelungen für den Output-Floor anzuwenden: Ausgehend von einem aggregierten RWA-Floor von 45% im Jahr 2021 steigt der Floor jährlich um 5%. Der schrittweise Anstieg endet im Jahr 2027, in dem eine finale Höhe des aggregierten Output-Floors von 75% erreicht wird. Neben einem aggregierten RWA-Output-Floor ist ab 2021 auch ein Floor auf RWA’s anzuwenden, die mittels der „Internen Modelle Methode“ (IMM) ermittelt werden. Auch hier kommen Übergangsregelungen zum Einsatz, bei denen sich der Floor jährlich um 10% bis zum Jahr 2027 erhöht.

In der nachfolgenden Abbildung wird die Wirkungsweise der Übergangsregelungen exemplarisch dargestellt. Durch die Anwendung eines aggregierten Output-Floors entsteht die Möglichkeit sich kompensierender Effekte auf den Risikoarten (Kreditrisiko und Marktrisiko). Nach Ansicht des Baseler Ausschusses ist ein aggregierter Floor einfacher zu kommunizieren und zu interpretieren.

Wir unterstützen Sie bei

  • bei der Erstellung von Proberechnungen des aggregierten Output Floors.
  • bei der Erstellung von Auswirkungsanalysen zum CCR-Floor

Auf der Übersicht der Output-Floors (Verlinkung zu „Bild: Aggregierter RWA Floor von 75% ab 2027“) ist zudem zu erkennen, dass für wohnwirtschaftlich besicherte Forderungen ab 2021 Übergangsregelungen in Kraft treten. Gemäß dem überarbeiteten Standardansatz für Kreditrisiken werden die Risikogewichte auf Loan-to-Value-Basis (LTV) zugewiesen. Die Basel IV-Reformen begrenzen das Risikogewicht für wohnwirtschaftlich besicherte Forderungen nun, indem je nach nationaler Auslegung ein maximales Risikogewicht angesetzt wird. Konkret bedeutet dies Folgendes: Ergibt sich beispielsweise nach dem LTV-Konzept ein Risikogewicht von 70% für eine durch Wohnimmobilien besicherte Risikoposition, so dürfte im Jahr 2022 dennoch nur ein Risikogewicht (RW) von 40% vergeben werden. Voraussetzung für die Anwendung dieser Übergangsregelungen ist, dass die Bedingungen eines sog. „Hard test“ erfüllt sind. In der nachfolgenden Abbildung ist dargestellt, in welchen Jahren der Floor für wohnwirtschaftlich besicherte Forderungen mit welcher Höhe „greift“.

Wir unterstützen Sie bei

  • bei der Überprüfung der Bedingungen zum „Hard test“
  • bei der Erstellung von Auswirkungsanalysen und Proberechnungen zum „Cap“ für Wohnimmobilien-Exposures

Insgesamt zeigt sich, dass der Standardansatz für Banken, die die Kapitalanforderungen mit Hilfe interne Modelle berechnen, immer wichtiger wird.
Eine der zentralen Fragen in Bezug auf die zukünftigen Floor-Regelungen wird sicherlich sein, wie die Floors über die Jahre in Ihrem Institut „greifen“ und inwiefern sich die Output-Floors zum CCR und der Forderungsklasse „durch Immobilien besicherte Forderungen“ auf den aggregierten Output-Floor auswirken. Mittels unserer Erfahrungen aus den bisherigen Proberechnungen zeigen wir Ihnen hier frühzeitig auf, welche Kapitalanforderungen aus den neuen Floor-Regelungen für Ihr Institut resultieren.

Wir unterstützen Sie bei

  • Analyse und Ableitung von fachlichen Anforderungen aus dem „Simplified SA-CCR“ (inkl. Erstellung von Fachkonzepten und weiteren Dokumenten)
  • Umsetzung von aufsichtsrechtlichen Dokumentationspflichten
  • Durchführung von Test- und Vergleichsrechnungen von „Full SA-CCR“ und „Simplified SA-CCR“
  • Analyse der Schwellenwertanforderungen für den „Simplified SA-CCR“
  • Strategische Planung und Portfoliooptimierung
  • Umsetzung und Implementierung von Netting- und Besicherungsvereinbarungen (inkl. vertragliche Ausgestaltung sowie zusammenhängende Auswirkungsanalysen)
  • Analyse von Umsetzungsauswirkungen, bereichsübergreifenden Abhängigkeiten und Implementierung von Organisationsstrukturen
  • Unterstützung bei der Anbindung neuer Datenfelder (inkl. Identifizierung relevanter Datenquellen und Systeme in Ihrer Bank)
  • Erstellung von fachlichen IT-Konzepten
  • Schulung von Mitarbeitern zur Umsetzung neuer aufsichtsrechtlicher Anforderungen

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